Petra Schöner

Mein Weg mit Pferden und Menschen

Mein Blick auf Ausbildung entstand nicht durch eine einzelne Methode oder einen einzigen Ausbilder. Er entwickelte sich über viele Jahre – durch das Leben mit Pferden, die Arbeit mit unterschiedlichsten Rassen, außergewöhnliche Lehrmeister und die tägliche Praxis mit unzähligen Pferden und ihren Menschen.

Mich hat nie interessiert, welcher Ausbildungsweg „der richtige“ ist. Mich hat interessiert, was dem einzelnen Pferd gerecht wird. Diese Frage begleitet mich seit meiner Kindheit und prägt meine Arbeit bis heute.

Bereits 2003 erschien in der Pferdefachzeitschrift Pegasus ein Portrait über meine Arbeit mit dem Titel „Das Spiel mit den Sinnen“. Damals wie heute ging es dabei um Wahrnehmung, Körpergefühl, Motivation und darum, Pferde nicht nur mechanisch zu trainieren, sondern Lernen verständlich und fühlbar zu machen.

Die Grundlagen – aufgewachsen mit Pferden

Einen großen Teil meiner Jugend verbrachte ich auf einem Islandpferdehof, der nach den Gedanken von Bruns-Behr arbeitete. Stallarbeit, Fütterung, Gesundheitsvorsorge, Jungpferde, Ausritte und Unterricht gehörten selbstverständlich zusammen. Training begann nicht erst auf dem Reitplatz, sondern im täglichen Leben mit dem Pferd.

Die Pferde auf unserem Hof waren keine Sportpferde. Sie waren zuverlässige Partner für Kinder, Erwachsene und Reitschüler. Sie sollten gelassen sein, mit möglichst feinen Hilfen geritten werden können und Menschen das Reiten erleichtern. Diese Haltung – dem Pferd gerecht zu werden und Ausbildung immer aus seiner Perspektive zu denken – prägt mich bis heute.

Schon früh durfte ich Verantwortung übernehmen, begleitete Geländeritte, unterrichtete erste Reitanfänger und ritt Jungpferde an. Gleichzeitig lernte ich durch die Bruns-Behr-Methode einen Unterricht kennen, der Erwachsene als Lernende ernst nahm und Bewegungen nicht über Drill, sondern über verständliche Zusammenhänge vermittelte. Ergänzt wurde dieser Blick schon früh durch die Arbeit von Linda Tellington-Jones, die Wahrnehmung, Körpergefühl und Vertrauen in den Mittelpunkt stellte.

Rückblickend wurde hier das Fundament für meine heutige Arbeit gelegt.

Meine wichtigsten Lehrmeister waren die Pferde

Nicht die besonders talentierten Pferde haben mich am meisten geprägt. Es waren die steifen, sensiblen, passgehenden, unrittigen und unbeliebten Pferde – jene, bei denen es keine einfachen Antworten gab. Auf unserem Hof gab es selten jemanden, der für jedes Problem eine fertige Lösung hatte. Also begann ich früh, selbst genau hinzusehen. Warum fällt diesem Pferd etwas leicht, während ein anderes daran scheitert? Warum reagiert eines fein auf kleinste Hilfen und ein anderes überhaupt nicht? Warum entwickelt sich jedes Pferd anders? Je mehr Pferde ich kennenlernte, desto klarer wurde mir: Es gibt keine Ausbildung, die auf jedes Pferd gleichermaßen passt.

Warum ich gelernt habe, genauer hinzusehen

Mit den Jahren wuchs in mir der Wunsch, den Pferden immer gerechter zu werden. Deshalb führten mich Praktika, Hospitationen und längere Mitarbeit bewusst zu Menschen, die auf ihrem Gebiet Außergewöhnliches geleistet hatten und bereit waren, Bestehendes zu hinterfragen.

Andrea Jänisch zeigte mir neue Wege in der gymnastischen Ausbildung von Gangpferden und weckte meine Begeisterung für ihre Vielfalt und ihre besonderen Anforderungen an Ausbildung und Gymnastizierung.

Sadko G. Solinski eröffnete mir einen völlig neuen Blick auf Pferdesprache und Pferdeverhalten. Seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe, sein kritisches Hinterfragen bestehender Lehrmeinungen und sein konsequentes Lernen vom Pferd statt über das Pferd haben meine Arbeit nachhaltig geprägt.

Richard Hinrichs beeindruckte mich durch seine außergewöhnliche Präzision und Leichtigkeit im Sitz. Er zeigte mir, wie fein klassische Reitkunst sein kann und wie entscheidend Balance, Gefühl und die Arbeit an sich selbst für gutes Reiten sind.

So unterschiedlich meine Lehrmeister auch waren – eines verband sie alle:

Sie beobachteten genau, hinterfragten Bestehendes und hatten den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen. Viele ihrer Gedanken waren ihrer Zeit weit voraus und werden heute erst wieder neu entdeckt. Genau diese Haltung prägt meinen eigenen Weg bis heute. 

Seit 2001 hauptberuflich für Pferde und Menschen

Seit 2001 begleite ich hauptberuflich Pferde und Menschen auf ihrem gemeinsamen Ausbildungsweg. Mein Weg führte mich von der Ausbildung junger Pferde über die Arbeit auf Gangpferdegestüten bis hin zu Unterricht, Beritt und Kursen in Deutschland, England und der Schweiz. Besonders intensiv durfte ich mit Paso Finos, Paso Peruanos, Mangalarga Marchadores, Isländern, Rocky Mountain Horses, Aegidienbergern und vielen weiteren Pferderassen arbeiten. Gleichzeitig begleite ich seit vielen Jahren Freizeit- und Turnierreiter unterschiedlichster Ausbildungsstände.

Zur täglichen Praxis gehörte für mich immer auch die Zusammenarbeit mit Tierärzten, Hufschmieden, Huforthopäden, Dentisten und Therapeuten. Über die Jahre habe ich dabei sehr unterschiedliche Sichtweisen, Entwicklungen und Trends erlebt – auch im Vergleich zwischen Deutschland, England und der Schweiz. Diese Erfahrungen haben meinen Blick geschärft und mir gezeigt, wie wichtig es ist, Gesundheit, Haltung, Bewegung und Ausbildung nie getrennt voneinander zu betrachten.

Warum mich das Thema Lernen bis heute fasziniert

Während meiner Arbeit mit erwachsenen Reitschülerinnen und Reitschülern fiel mir immer wieder auf, dass neue Bewegungsabläufe oft deutlich schwerer zu erlernen waren als bei Kindern. Ich fragte mich, warum das so ist – und wie ich Menschen besser auf ihrem Lernweg begleiten kann.

Auf der Suche nach Antworten begegnete ich 2002 der Psychomotorik – einem Ansatz, der sich mit Bewegung, Wahrnehmung und Lernen beschäftigt. Zum ersten Mal fand ich dort Erklärungen für vieles, was ich über Jahre im Unterricht und im Training der Pferde beobachtet hatte. Die Begegnung mit der Psychomotorik hat meinen Blick auf Lernen nachhaltig verändert – und tut es bis heute.

Meine Qualifikationen & Weiterbildungen

Alle Qualifikationen anzeigen

Pferde & Ausbildung

  • Pferdewirtschaftsmeisterin (Zucht & Haltung)
  • FN Trainerin B Gangpferdereiten (IGV)
  • VFD Geländereiterin und Geländerittführerin
  • Dualaktivierungstrainerin
  • FN Ergänzungsqualifikation Kinderreitunterricht

Lernen & Bewegung

  • Psychomotorik und Bewegungslernen
  • Psychologische Beraterin

Pferdegesundheit & ganzheitliche Zusammenhänge

  • Weiterbildung in Barhufbearbeitung
  • Weiterbildung in Homöopathie
  • Weiterbildung in Phytotherapie
  • Human- und Tierenergetik

Kontinuierliche Weiterbildung

  • zahlreiche Hospitationen, Praktika und Fachfortbildungen im In- und Ausland
  • regelmäßige DOSB-/FN-Fortbildungen zur Lizenzverlängerung in den Bereichen Pferdeausbildung, Trainingslehre und Unterricht
  • Unterricht bei der Tochter von Luis Valeca in Portugal
  • Kurse bei Alfonso Aquilar

Leistung und Pferdegerechtigkeit

Über viele Jahre gehörten auch Turniere und Showauftritte zu meinem beruflichen Alltag. Dabei ging es mir nie darum, mich über Platzierungen zu definieren. Mir war wichtig zu zeigen, dass sich pferdegerechtes, gymnastisches und feines Training und sportlicher Erfolg nicht ausschließen.

Turniererfolge

2014 Paso Fino Spring Classic Turnier in Wemding: 2. Platz Rittigkeit mit Espejo de Southdown, 4. Platz Pleasure Adult Espejo de Southdown
2014 Showauftritt auf den Baden–Württembergischen Dressur- und Springmeisterschaften in Schutterwald mit der PFAE e.V. mit Espejo de Southdown
2013 European Paso Fino Championships in Schutterwald: 1. Platz Dressurkür mit Dorito la Roca (Europameisterin in dieser Klasse)
2013 IGV Cup Turnier im Elsass: 1. Platz Töltprüfung mit Bonita la Roca (Paso Iberoamericano), 2. Platz Mehrgangprüfung mit Bonita la Roca
2012 Internationale Deutsche Meisterschaften im Gangreiten (IGV): 2. Platz Tölt Spezial mit Bonita la Roca
2009 Paso Fino Championship of UK and Ireland in GB/ Braintree:
2. Platz Pleasure Open Schooling mit Amigo de Southdown
3. Platz Dressage mit Amigo de Southdown
3. Platz Pleasure Championship mit Amigo de Southdown
4. Platz Pleasure Open Adult mit Adorada la Roca
2008 Paso Fino Championship of UK and Ireland in GB/ Braintree: 1. Platz Dressage Kür mit Dinamo QC, 2. Platz Pleasure Open Adult mit Dinamo QC
2007 IGV (Internationale GangpferdeVereinigung) Cup Turnier auf Berghof Rod: 3. Platz Rittigkeit Schwer mit Bolero la Roca

Was mir heute wichtig ist

Nach all den Jahren ist mein Ziel erstaunlich einfach geblieben.

Ich möchte Menschen befähigen, ihre Pferde besser zu verstehen und sie so zu trainieren, dass gesunde, lockere und freudige Bewegung entstehen kann.

Denn ich bin überzeugt: Gute Entscheidungen entstehen dort, wo wir bereit sind, genau hinzusehen, Zusammenhänge zu verstehen und jedes Pferd als Individuum zu betrachten.

Verstehen, lernen und gemeinsam wachsen

Wie diese Gedanken in die praktische Arbeit mit Pferd und Mensch einfließen, erfährst du auf meiner Trainingsseite.